Manchmal ist es nur ein dezenter, muffiger Geruch beim Einsteigen, ein anderes Mal wundert man sich über hartnäckig beschlagene Scheiben, obwohl die Heizung auf Hochtouren läuft. Wer dann die Fußmatten prüft und keine feuchten Stellen findet, steht oft vor einem Rätsel. Die Ursache für die Feuchtigkeit im Innenraum liegt jedoch häufig an einer Stelle, die kaum ein Autofahrer bei der regelmäßigen Pflege im Blick hat: den Ablauflöchern in der Karosserie.
Diese winzigen Öffnungen befinden sich an der Unterseite der Türen, versteckt hinter den Gummidichtungen oder direkt im Blechfalz. Ihre Aufgabe ist essenziell, denn keine Fensterdichtung schließt vollkommen wasserdicht ab. Bei Regen oder in der Waschanlage läuft immer ein kleiner Teil des Wassers am Glas vorbei in das Innere der Tür. Normalerweise fließt es unten einfach wieder ab. Doch über die Jahre sammeln sich dort Staub, Blütenpollen und kleine Blätter an, die zusammen mit dem Wasser einen zähen Schlamm bilden. Dieser Pfropfen verstopft die schmalen Kanäle, und das Wasser steht zentimeterhoch im Hohlraum.
Das Resultat ist nicht nur eine unangenehme Luftfeuchtigkeit im Auto, die im Winter zu vereisten Innenscheiben führt. Langfristig beginnt das Metall von innen heraus zu rosten, oft unbemerkt, bis der Lack Blasen wirft. Dabei lässt sich das Problem mit einem einzigen Handgriff lösen. Es genügt, bei geöffneter Tür mit dem Finger oder einem weichen Gegenstand – etwa einem Kabelbinder oder einem Pfeifenreiniger – kurz in die kleinen Aussparungen an der Unterkante zu tasten.
Sobald der Schmutz gelöst ist, fließt das angestaute Wasser oft schwallartig ab. Auch der sogenannte Wasserkasten unter der Windschutzscheibe, dort wo das Scheibenwischergestänge sitzt, hat solche Abläufe, die nach dem Herbst oft mit Laub verstopft sind. Wer diese unscheinbaren Punkte einmal im Jahr kontrolliert, schützt die Elektronik in den Türen, verhindert modrige Gerüche und spart sich teure Karosseriearbeiten, bevor der erste Rost überhaupt eine Chance hat.
Das versteckte Wasserreservoir in der Autotür
Manchmal ist es nur ein dezenter, muffiger Geruch beim Einsteigen, ein anderes Mal wundert man sich über hartnäckig beschlagene Scheiben, obwohl die Heizung auf Hochtour…