Chris Markers

Der blinde Fleck direkt hinter der Haustür

Wer nach einem langen Tag nach Hause kommt, schenkt ihr meist kaum einen Blick: Die Schmutzfangmatte im Flur erfüllt klaglos ihren Dienst und schluckt alles, was wir an…

Der blinde Fleck direkt hinter der Haustür

Wer nach einem langen Tag nach Hause kommt, schenkt ihr meist kaum einen Blick: Die Schmutzfangmatte im Flur erfüllt klaglos ihren Dienst und schluckt alles, was wir an Straßenschmutz und Feuchtigkeit mit hereinbringen. Wir streifen die Schuhe ab, stellen sie beiseite und widmen uns dem Feierabend. Doch genau unter dieser vermeintlich nützlichen Barriere entwickelt sich oft ein Problem, das erst sichtbar wird, wenn es für den Bodenbelag bereits zu spät ist.
Das Problem liegt in der Beschaffenheit moderner Matten. Um rutschfest zu sein, besitzen die meisten eine gummierte Unterseite. Was auf den ersten Blick wie ein Sicherheitsmerkmal wirkt, verhindert gleichzeitig jegliche Luftzirkulation. Wenn wir bei Regen oder Schnee nach Hause kommen, sickert unweigerlich ein Teil der Feuchtigkeit an den Rändern vorbei oder durch feine Kapillareffekte unter die Matte. Dort schließt die Gummierung die Nässe wie unter einer Glocke ein. Da die Feuchtigkeit nicht nach oben verdunsten kann, zieht sie in den Boden ein – ein Albtraum für Parkett, Laminat oder sogar Fliesenfugen, die mit der Zeit unschön aufquellen oder sich dunkel verfärben.
Oft bemerkt man den Schaden erst beim Frühjahrsputz oder beim Umzug, wenn die Matte angehoben wird und ein unschöner Schatten auf dem Boden zurückbleibt. Dabei lässt sich dieser schleichende Verschleiß des Eingangsbereichs mit einem simplen Handgriff verhindern. Es reicht völlig aus, die Matte nach jedem regnerischen Tag oder zumindest einmal pro Woche beim Staubsaugen kurz umzuklappen oder aufzustellen.
Dieser kurze Moment der Belüftung sorgt dafür, dass die eingeschlossene Restfeuchtigkeit abziehen kann und der Boden darunter vollständig abtrocknet. Wer besonders empfindliches Holz im Flur hat, kann zusätzlich zwei flache Korkuntersetzer unter die Ecken der Matte legen, um einen minimalen Luftspalt zu erzeugen. Dieser kleine Kniff kostet keine Zeit, bewahrt aber den oft teuren Bodenbelag vor dauerhaften Wasserschäden und sorgt ganz nebenbei dafür, dass sich unter der Matte kein Staubnest bildet, das wie Schmirgelpapier auf der Versiegelung wirkt.