Chris Markers

Der kleine Spalt, der die Wohnzimmerwand atmen lässt

Wer abends gemütlich auf dem Sofa entspannt, denkt selten an das, was sich direkt hinter seinem Rücken abspielt. In dem Bemühen, auch den letzten Quadratzentimeter Wohnf…

Der kleine Spalt, der die Wohnzimmerwand atmen lässt

Wer abends gemütlich auf dem Sofa entspannt, denkt selten an das, was sich direkt hinter seinem Rücken abspielt. In dem Bemühen, auch den letzten Quadratzentimeter Wohnfläche optimal zu nutzen, schieben viele ihre massiven Polstermöbel so eng wie möglich gegen die Wand. Doch gerade an Außenwänden kann diese vermeintliche Ordnung im Winter zu einem Problem führen, das man oft erst bemerkt, wenn ein muffiger Geruch in die Nase steigt.
Hinter der Polsterlehne steht die Luft still. Während der Raum geheizt wird, bleibt die Wandpartie hinter dem Sofa kalt, da die Wärme sie nicht erreicht. Trifft nun die normale Luftfeuchtigkeit des Raumes auf diese kalte Oberfläche, kondensiert sie dort zu feinen Wassertropfen. Es entsteht ein unsichtbares Mikroklima, das einen idealen Nährboden für Stockflecken bildet, lange bevor der Schaden an der Tapete sichtbar wird.
Ein verblüffend einfacher Handgriff schafft hier Abhilfe: Wer sein Sofa nur fünf bis zehn Zentimeter von der Wand weg rückt, ermöglicht einen konstanten Luftstrom. Dieser schmale Korridor erzeugt einen natürlichen Kamineffekt, bei dem die warme Zimmerluft hinter dem Möbelstück aufsteigen kann. Die Wand bleibt trocken, die Wärme wird gleichmäßiger verteilt und die Bausubstanz geschont. Ein kurzer Ruck am Möbelstück genügt, um das Raumklima spürbar zu verbessern, ohne dass man dafür auch nur einen Cent investieren muss.