Es ist einer dieser Momente, in denen es schnell gehen muss: Der Zug fährt in wenigen Minuten ein, der Nieselregen zieht langsam durch die Jacke, und eigentlich möchte man nur noch das Fahrrad vom Pfosten befreien, um den Bahnsteig rechtzeitig zu erreichen. Doch der Schlüssel hakt. Er lässt sich zwar in den Zylinder schieben, aber die gewohnte, flüssige Drehung blockiert plötzlich. Man ruckelt, versucht es mit sanfter Gewalt und spürt, wie der Zeitdruck im Nacken wächst.
Dieses lästige Phänomen ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer fast unsichtbaren Vernachlässigung im Alltag. Während die meisten Radfahrer ihre Kette pflichtbewusst ölen, wird das Schloss oft komplett vergessen. Dabei ist es permanent dem Spritzwasser der Straße, feinstem Staub und wechselnden Temperaturen ausgesetzt. Im Inneren des Schließzylinders führen diese Einflüsse dazu, dass die winzigen Stifte und Federn mit der Zeit verkleben oder leicht korrodieren. Wer in dieser Situation impulsiv zu herkömmlichem Haushaltsöl oder gar Speiseöl greift, baut sich jedoch unbewusst eine Falle für die Zukunft. Diese Fette ziehen Schmutzpartikel erst recht an und lassen den Mechanismus nach kurzer Zeit noch massiver verharzen.
Die Lösung für einen dauerhaft geschmeidigen Schließvorgang ist verblüffend einfach und erfordert kaum Aufwand. Ein kleiner Stoß spezielles Pflegespray auf Graphitbasis oder ein spezielles Zylinderspray wirkt hier Wunder. Im Gegensatz zu fettigen Ölen bildet Graphit einen trockenen Schmierfilm, an dem kein Staub haften bleibt. Einmal im Halbjahr kurz in das Schlüsselloch gesprüht, sorgt es dafür, dass die Mechanik selbst bei Frost und Dauerregen leichtgängig bleibt. Dieser minimale Handgriff dauert keine zehn Sekunden, verhindert aber effektiv den Moment, in dem man frustriert vor dem eigenen Rad steht, während der Zug ohne einen abfährt. Es ist die kleine Vorsorge für den reibungslosen Übergang vom Sattel auf den Bahnsteig.
Der lautlose Widerstand beim Aufschließen
Es ist einer dieser Momente, in denen es schnell gehen muss: Der Zug fährt in wenigen Minuten ein, der Nieselregen zieht langsam durch die Jacke, und eigentlich möchte m…