Chris Markers

Der Staubsauger dröhnt kurz auf, und innerhalb weniger Sekunden schrumpft der r…

Der Staubsauger dröhnt kurz auf, und innerhalb weniger Sekunden schrumpft der riesige Stapel aus Winterjacken zu einer flachen, harten Matte zusammen. Es ist dieser befr…

Der Staubsauger dröhnt kurz auf, und innerhalb weniger Sekunden schrumpft der r…

Der Staubsauger dröhnt kurz auf, und innerhalb weniger Sekunden schrumpft der riesige Stapel aus Winterjacken zu einer flachen, harten Matte zusammen. Es ist dieser befriedigende Moment beim Saisonwechsel, wenn im Kleiderschrank plötzlich wieder Platz für die Frühlingsmode entsteht. Doch die Freude über den gewonnenen Stauraum in den praktischen Vakuumbeuteln wird oft erst Monate später getrübt, wenn die Temperaturen wieder sinken und die warme Kleidung hervorgeholt wird.
Wer seine hochwertigen Daunenmäntel oder schweren Wollpullover derart radikal komprimiert, riskiert nämlich einen unsichtbaren, aber dauerhaften Schaden am Material. Besonders Daunen haben eine feine, elastische Struktur, die Wärme nur deshalb so gut speichert, weil sie viel Luft einschließt. Unter dem enormen Druck des Vakuums können diese empfindlichen Federn brechen. Das Ergebnis zeigt sich im nächsten Herbst: Die Jacke wirkt nach dem Auspacken platt, verliert ihr Volumen und – was noch schwerer wiegt – ihre Isolationsfähigkeit. Was einmal ein High-Tech-Wärmeschutz war, wird so zur dünnen Stoffhülle.
Ein einfacher Wechsel der Lagergewohnheit schont die teuren Textilien, ohne das Ordnungssystem völlig umzuwerfen. Anstatt die Luft komplett zu entziehen, empfiehlt es sich, Naturmaterialien locker in atmungsaktiven Stofftaschen oder schlichten Baumwolllaken auf dem Dachboden oder unter dem Bett zu lagern. So bleibt die Elastizität der Fasern und Daunen erhalten, und das Kleidungsstück kann die gesamte Sommerpause über „atmen“, ohne dass sich Feuchtigkeit oder muffige Gerüche stauen. Der kleine Verzicht auf das letzte bisschen Platz spart am Ende den teuren Neukauf im nächsten Winter.