Chris Markers

Der unsichtbare Wasserweg im Fensterrahmen

Wer nach einem langen Sommer zum Putzlappen greift, freut sich meist über den klaren Durchblick nach draußen. Doch während die Glasflächen auf Hochglanz poliert werden,…

Der unsichtbare Wasserweg im Fensterrahmen

Wer nach einem langen Sommer zum Putzlappen greift, freut sich meist über den klaren Durchblick nach draußen. Doch während die Glasflächen auf Hochglanz poliert werden, bleibt das eigentliche Herzstück der Fensterfunktion oft völlig unbeachtet. Wer das Fenster ganz öffnet und auf die untere Profilleiste blickt, entdeckt dort meist kleine, schlitzförmige Öffnungen. Diese Aussparungen sind keineswegs ein Versehen, sondern ein präzises Drainagesystem für Schlagregen.
Das Problem entsteht oft völlig lautlos: Über die warmen Monate sammeln sich in diesen schmalen Kanälen Blütenstaub, feiner Sand und kleine Insektenreste an. Sobald die ersten heftigen Herbstregen gegen die Scheiben peitschen, läuft das Wasser planmäßig in den Rahmen – doch wenn die Schlitze verstopft sind, staut es sich dort an. Im schlimmsten Fall fließt die Feuchtigkeit nicht nach außen ab, sondern drückt sich unbemerkt unter die Dichtungen oder sickert in das angrenzende Mauerwerk.
Die Lösung ist verblüffend einfach und erfordert kein handwerkliches Geschick. Ein gewöhnlicher Zahnstocher oder eine alte Zahnbürste genügen oft schon, um die kleinen Kanäle vorsichtig von Ablagerungen zu befreien. Wer es besonders gründlich mag, nutzt zusätzlich die Fugendüse des Staubsaugers, um losen Schmutz herauszuziehen. Ein kurzer Test mit einem kleinen Schluck Wasser zeigt sofort, ob der Weg wieder frei ist. Dieser unscheinbare Handgriff schützt nicht nur die Bausubstanz vor Feuchtigkeitsschäden, sondern verhindert auch, dass stehendes Wasser im Winter gefriert und die Dichtungen des Fensters nachhaltig schädigt. Ein kleiner Check, der pünktlich zum Saisonwechsel für echte Sicherheit sorgt.