Es beginnt meist an einem grauen Novembermorgen. Man greift zum Kaffeepott, schaut nach draußen in den Nieselregen und bemerkt diesen schmalen Streifen Feuchtigkeit am unteren Rand der Fensterscheibe. Also wischt man kurz mit dem Ärmel oder einem Tuch drüber, alles scheint trocken, Problem gelöst – denkt man. Doch das eigentliche Drama spielt sich oft unsichtbar eine Etage tiefer ab, direkt im Inneren des Rahmens.
Wer sein Fenster einmal ganz weit öffnet und den Blick nach unten auf die Falz richtet, entdeckt dort meist zwei kleine, längliche Schlitze. Diese unscheinbaren Öffnungen sind die heimlichen Helden der Fassade: die Entwässerungsschlitze. Sie haben die wichtige Aufgabe, eingedrungenes Regenwasser oder Kondensat, das sich im Profil sammelt, sicher nach draußen zu leiten. Doch im Laufe der Jahre passiert etwas, das in vielen Haushalten völlig unterschätzt wird. Pollen, Staub und kleine Insektenreste vermischen sich mit der Feuchtigkeit zu einem zähen, dunklen Pfropfen.
Die Folge ist tückisch. Das Wasser kann nicht mehr abfließen und staut sich im Rahmen an. Von außen sieht man davon erst einmal nichts, aber im Inneren beginnt das Material schleichend zu leiden. Bei Holzrahmen droht unbemerkte Fäulnis, bei Kunststoffrahmen können die Dichtungen auf Dauer porös werden oder es bildet sich Schimmel in der Mechanik, den man erst bemerkt, wenn es im Zimmer muffig riecht. Oft wundert man sich, warum die Scheiben trotz konsequentem Lüften immer wieder beschlagen – dabei ist schlicht der „Abfluss“ des Fensters verstopft.
Der rettende Handgriff für ein gesundes Raumklima dauert kaum dreißig Sekunden und kostet keinen Cent. Ein einfacher Zahnstocher oder ein dünner Draht genügt, um die kleinen Schlitze vorsichtig von Schmutz zu befreien. Wer danach zum Test einen winzigen Schluck Wasser in die Schiene gießt und beobachtet, wie es auf der Außenseite – meist unter einer kleinen Abdeckkappe – wieder herausläuft, hat die Gewissheit: Das Fenster kann wieder aufatmen. Ein minimaler Handgriff mit großer Wirkung, der teure Folgeschäden verhindert und dafür sorgt, dass die Feuchtigkeit dort bleibt, wo sie hingehört – nämlich draußen.
Der vergessene Schlitz: Warum Ihre Fenster im Herbst „weinen“
Es beginnt meist an einem grauen Novembermorgen. Man greift zum Kaffeepott, schaut nach draußen in den Nieselregen und bemerkt diesen schmalen Streifen Feuchtigkeit am u…