Chris Markers

Warum das Gewicht am Schlüsselbund die Mechanik heimlich mürbe macht

Man spürt es oft erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist: Der Schlüssel hakt ein wenig, lässt sich nur noch mit einem speziellen Ruck drehen oder leistet beim Abziehe…

Warum das Gewicht am Schlüsselbund die Mechanik heimlich mürbe macht

Man spürt es oft erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist: Der Schlüssel hakt ein wenig, lässt sich nur noch mit einem speziellen Ruck drehen oder leistet beim Abziehen plötzlich spürbaren Widerstand. Was viele für normalen, altersbedingten Verschleiß des Schlosses halten, ist oft ein hausgemachtes Problem, das direkt mit dem Gewicht in unserer Hosentasche zusammenhängt. Wer neben dem Haustürschlüssel auch noch die Exemplare für Keller, Büro, Briefkasten und vielleicht sogar einen massiven Metall-Anhänger an einem einzigen Ring spazieren führt, mutet dem Schließzylinder eine enorme Hebelwirkung zu.
Sobald der Schlüssel im Schloss steckt, zieht die schwere Last des restlichen Bundes unnachgiebig nach unten und drückt die extrem feinen Stifte und Federn im Inneren des Zylinders aus ihrer vorgesehenen Position. Über Monate und Jahre schleifen sich so minimale Rillen in das Material, die das Schloss unpräzise und schließlich schwergängig machen. Besonders tückisch ist dies bei Zündschlössern älterer Autos, aber auch hochwertige Profilzylinder an der Haustür leiden unter der ständigen Zugkraft.
Ein einfacher Handgriff verhindert diesen schleichenden Defekt: Die konsequente Trennung in kleine Funktionsgruppen. Mit einem handlichen Karabiner oder einem mechanischen Stecksystem lässt sich der einzelne Hauptschlüssel bei der Ankunft mit einem Klick vom schweren Restbund lösen. Nur dieses leichte Einzelstück im Schloss zu lassen, schont die empfindliche Feinmechanik spürbar. Es sorgt dafür, dass der Schlüssel auch nach Jahren noch butterweich gleitet, und erspart die frustrierende Situation, eines Abends vor einer klemmenden Tür zu stehen, die nur noch der Schlüsseldienst öffnen kann.