Chris Markers

Wenn der Stiefel im entscheidenden Moment den Dienst versagt

Es ist ein klassischer Moment im winterlichen Alltag: Man ist ohnehin schon spät dran, schlüpft in die hohen Stiefel und möchte nur noch schnell den Reißverschluss zuzie…

Wenn der Stiefel im entscheidenden Moment den Dienst versagt

Es ist ein klassischer Moment im winterlichen Alltag: Man ist ohnehin schon spät dran, schlüpft in die hohen Stiefel und möchte nur noch schnell den Reißverschluss zuziehen. Doch auf halber Strecke hakt es plötzlich. Ein kräftiger Ruck scheint in der Eile die einzige Lösung, führt aber oft nur dazu, dass der Schieber endgültig feststeckt oder die feinen Zähne ausbrechen. Besonders in der nasskalten Jahreszeit setzen Streusalzreste, feinster Straßenschmutz und die ständige Feuchtigkeit den mechanischen Kleinteilen unserer Schuhe massiv zu. Das Metall korrodiert unbemerkt, oder die Kunststoffzähne verlieren durch Ablagerungen ihre nötige Geschmeidigkeit.
Bevor man jedoch zu Gewalt oder chemischen Sprays greift, die oft unschöne Flecken auf dem Leder hinterlassen, hilft ein Blick in das Federmäppchen oder zur nächsten Kerze. Ein herkömmlicher Bleistift ist das ideale Werkzeug für dieses Problem. Fährt man mit der Graphitspitze ein paar Mal über die Zähne des geschlossenen oder leicht geöffneten Reißverschlusses, wirkt das abgegebene Graphit wie ein hocheffizientes Trockenschmiermittel. Es sorgt dafür, dass der Schieber wieder lautlos und ohne Widerstand über die Schiene gleitet.
Wer gerade keinen Bleistift zur Hand hat, kann alternativ ein Stück farbloses Kerzenwachs verwenden, um die Reibung zu minimieren. Diese feine Schutzschicht wirkt gleichzeitig wasserabweisend und verhindert, dass neues Salz den Mechanismus direkt wieder angreift. So bleibt der Verschluss auch bei härtester Witterung leichtgängig, das Material wird geschont und der morgendliche Aufbruch verläuft ohne unnötigen Stress oder den ärgerlichen Gang zum Schuster.