Chris Markers

Wenn der Stuhl plötzlich zur Schleifmaschine wird

Es ist dieser eine Moment beim Abendessen, wenn das Rücken des Stuhls kein sanftes Gleiten, sondern ein hässliches, knirschendes Geräusch erzeugt. Wer Parkett oder hochw…

Wenn der Stuhl plötzlich zur Schleifmaschine wird

Es ist dieser eine Moment beim Abendessen, wenn das Rücken des Stuhls kein sanftes Gleiten, sondern ein hässliches, knirschendes Geräusch erzeugt. Wer Parkett oder hochwertiges Laminat besitzt, kennt den reflexartigen Blick nach unten: Hat der Boden gerade einen bleibenden Schaden erlitten? Eigentlich fühlt man sich sicher, denn unter den Stuhlbeinen kleben ja die obligatorischen Filzgleiter. Doch genau hier liegt ein weit verbreiteter Trugschluss, der die Lebensdauer des Bodens massiv verkürzen kann.
Filzgleiter sind nämlich keine dauerhafte Lösung, sondern fungieren im Alltag oft wie ein Magnet für winzige Schmutzpartikel. Ein einzelnes Sandkorn, das vielleicht unter dem Hausschuh vom Flur ins Wohnzimmer getragen wurde, verfängt sich in den weichen Fasern des Filzes. Durch den Druck beim Hinsetzen wird dieser winzige Stein fest eingepresst und verwandelt den weichen Schutzpuffer in eine Art Schleifpapier. Anstatt den Boden zu schonen, ritzt der Stuhl bei jeder Bewegung eine feine Spur in den Lack oder das Öl.
Die Lösung ist dabei so simpel wie effektiv: Wer beim wöchentlichen Staubsaugen kurz die Bürsten von den Stuhlbeinen weglässt und stattdessen mit der Fugendüse direkt über die Filzflächen fährt, entfernt die gefährlichen Partikel, bevor sie Schaden anrichten können. Einmal im Quartal lohnt zudem der kurze Tasttest mit dem Finger. Fühlt sich der Filz hart, glatt oder verkrustet an, hat er seine Schutzfunktion verloren und sollte kompromisslos ausgetauscht werden. Dieser kleine Handgriff dauert nur Sekunden, erspart aber das teure und aufwendige Abschleifen des gesamten Bodens nach wenigen Jahren.