Wenn der herbstliche Nieselregen gegen die Fensterscheiben peitscht und man endlich die eigene Haustür erreicht hat, folgt meist ein festes Ritual. Man schüttelt den tropfenden Regenschirm kurz ab und spannt ihn dann im Flur in voller Größe auf, damit er bis zum nächsten Einsatz gut durchtrocknen kann. Was auf den ersten Blick logisch erscheint, um Stockflecken zu vermeiden, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen jedoch als schlechte Angewohnheit, die nicht nur den Platz im Eingangsbereich raubt, sondern auch das Material des Schirms unnötig strapaziert.
Das Problem bei der weit verbreiteten Aufspann-Methode liegt in der Mechanik und dem Gewebe. Im nassen Zustand ist der Stoff des Schirms deutlich dehnbarer als im trockenen. Spannt man ihn nun unter voller Spannung auf, wird das Material übermäßig gestreckt. Trocknet der Stoff in dieser Position, verliert er mit der Zeit seine ursprüngliche Spannkraft und kann spröde werden. Zudem lastet ein konstanter Druck auf den feinen Gelenken und Streben des Gestells, was bei vielen Modellen schneller zu Materialermüdung oder gar zum Bruch der kleinen Scharniere führt.
Die überraschend einfache Lösung für eine längere Lebensdauer des treuen Begleiters ist der „halboffene“ Zustand. Anstatt den Schirm komplett einzurasten, schiebt man ihn lediglich ein Stück weit nach oben, sodass die Luft zwischen den Stofffalten zirkulieren kann, das Material aber entspannt bleibt. In einer Duschkabine oder auf einer wasserfesten Unterlage im Flur geparkt, trocknet der Schirm so wesentlich schonender.
Ein angenehmer Nebeneffekt: Der Flur bleibt passierbar, und man läuft nicht Gefahr, im Halbdunkeln über ein sperriges Hindernis zu stolpern. Wer seinen Schirm zudem gelegentlich im trockenen Zustand mit etwas klarem Wasser abspült, verhindert, dass Straßenschmutz oder Salzrückstände die Imprägnierung angreifen. So bleibt der Griff zum Schirm auch beim nächsten Wolkenbruch eine sichere Sache, ohne dass man sich über ausgeleierte Stoffe oder klemmende Streben ärgern muss.
Der Flur wird zur Stolperfalle: Warum wir nasse Regenschirme oft falsch trocknen
Wenn der herbstliche Nieselregen gegen die Fensterscheiben peitscht und man endlich die eigene Haustür erreicht hat, folgt meist ein festes Ritual. Man schüttelt den tro…