Chris Markers

Der Trick mit der Ferse: Warum wir unsere Schuhe bisher alle falsch ins Regal gestellt haben

Man kennt das Bild in deutschen Fluren: Ein schmales Regal, auf dem sich die Sneaker, Halbschuhe und Stiefel der ganzen Familie drängen. Meist stehen sie brav nebeneinan…

Der Trick mit der Ferse: Warum wir unsere Schuhe bisher alle falsch ins Regal gestellt haben

Man kennt das Bild in deutschen Fluren: Ein schmales Regal, auf dem sich die Sneaker, Halbschuhe und Stiefel der ganzen Familie drängen. Meist stehen sie brav nebeneinander, die Spitzen zur Wand oder in den Raum zeigend. Doch schon nach dem dritten Paar wird es eng, die Sohlen berühren sich, und oft landet das letzte Paar dann doch wieder ungeordnet davor auf dem Boden. Das Problem ist nicht unbedingt die Anzahl der Schuhe, sondern ihre Geometrie. Da fast jeder Schuh im vorderen Bereich schmaler ist als an der Ferse, verschwenden wir wertvolle Zentimeter, wenn wir sie parallel ausrichten.
Die Lösung für dieses alltägliche Platzproblem im oft ohnehin schon engen Eingangsbereich ist verblüffend simpel und wird in vielen Schuhgeschäften längst praktiziert. Statt beide Schuhe eines Paares in dieselbe Richtung blicken zu lassen, dreht man lediglich einen davon um 180 Grad. Wenn die Ferse des linken Schuhs neben der Spitze des rechten Schuhs steht, greifen die Formen wie bei einem Puzzlestück ineinander.
Durch dieses „Gegenspiel“ lässt sich die Breite, die ein Paar im Regal beansprucht, spürbar reduzieren. In der Praxis bedeutet das oft, dass auf derselben Fläche plötzlich ein oder sogar zwei zusätzliche Paare Platz finden, ohne dass das Regal überladen wirkt. Der Flur wirkt sofort aufgeräumter, die Stolperfalle durch davorstehende Schuhe verschwindet, und man schont zudem das Material, da die Schuhe nicht mehr mit Gewalt in zu enge Lücken gequetscht werden müssen. Ein kleiner Handgriff beim Ausziehen, der den täglichen Tetris-Kampf an der Wohnungstür nachhaltig beendet.