Chris Markers

Wenn es trotz geschlossener Fenster zieht

Der Abend auf dem Sofa könnte so gemütlich sein, wäre da nicht dieser ständige, feine Lufthauch, der scheinbar aus dem Nichts kommt. Man kontrolliert den Fenstergriff, r…

Wenn es trotz geschlossener Fenster zieht

Der Abend auf dem Sofa könnte so gemütlich sein, wäre da nicht dieser ständige, feine Lufthauch, der scheinbar aus dem Nichts kommt. Man kontrolliert den Fenstergriff, rückt die Vorhänge zurecht, doch die Kälte schleicht sich trotzdem beharrlich in den Raum. Oft wird in solchen Momenten über spröde Dichtungen geklagt oder gar über den Austausch ganzer Fensterelemente nachgedacht, während die eigentliche Lösung nur wenige Millimeter groß ist und meist völlig übersehen wird.
An der seitlichen Metallschiene fast jedes modernen Fensterflügels befinden sich kleine, oft runde Bolzen, die sogenannten Rollzapfen. Diese Bauteile sind das Bindeglied zwischen Griff und Rahmen, doch sie haben eine versteckte Funktion: Sie sind exzentrisch gelagert. Das bedeutet, dass sie sich mit einem einfachen Handgriff, einer Zange oder einem passenden Schlüssel minimal drehen lassen. Wer diese Zapfen so justiert, dass der breitere Teil zum Gummi zeigt, erhöht den Anpressdruck des Fensters spürbar.
Dieser oft als „Winter-Modus“ bezeichnete Kniff sorgt dafür, dass der Fensterflügel deutlich fester gegen die Rahmendichtung gepresst wird. Sobald der Druck angepasst ist, verschwindet der unsichtbare Luftzug sofort. Es ist eine dieser unscheinbaren Stellschrauben im Haushalt, die kein Geld kosten und nur Sekunden dauern, aber das Raumklima sofort stabilisieren. So bleibt die Wärme dort, wo sie hingehört, und die Heizkostenrechnung wird am Ende der Saison durch einen einzigen gezielten Handgriff entlastet.